Jedes Tier verdient eine zweite Chance
Einen besonderen und lehrreichen Ausflug unternahmen die Klassen 1/2a und 1/2b der Grundschule Moos in den letzten Schulwochen zum Gut Aiderbichl in Deggendorf. Passend zum Unterrichtsthema Tierschutz konnten die Kinder dort viele gerettete Tiere kennenlernen und bewegende Geschichten hören. Mitarbeiter Paul Kaiser führte die Schülerinnen und Schüler mit viel Herzblut über den Hof. Er erzählte eindrucksvoll von den Schicksalen vieler Tiere, die auf Gut Aiderbichl ein neues Zuhause gefunden haben. Die Kinder erfuhren, dass jedes Tier eine eigene Geschichte hat und auf Gut Aiderbichl die Chance auf ein neues, glückliches Leben erhält. Ein besonderes Highlight waren die beiden Hunde von Paul Kaiser. Die Kinder durften sie während des Rundgangs abwechselnd an der Leine führen – ein Erlebnis, das für große Begeisterung sorgte. Großen Eindruck hinterließ auch die Besichtigung der Katzenvilla. Das eigens für die Katzen eingerichtete Haus bietet ihnen gemütliche Zimmer, viele Rückzugsmöglichkeiten und einen großen Garten. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler beobachten, wie entspannt und zufrieden die Tiere heute leben. Besonders bewegend waren ihre Geschichten. So wurden viele Katzen nach dem Tod ihres Besitzers gemeinsam in die liebevoll gestaltete Katzenvilla aufgenommen wurden. Auch gerettete Fundkatzen dürfen hier in Sicherheit leben. Auch die ehemaligen Polizeipferde beeindruckten die Kinder sehr. Mitarbeiter Paul Kaiser erklärte, dass die Pferde viele Jahre treue Dienste für die Bayerische Polizei leisten. Sie sind bei Großveranstaltungen, Fußballspielen und Vermisstensuchen im Einsatz und bilden mit ihren Reiterinnen und Reitern ein eingespieltes Team. Werden die Tiere jedoch aufgrund ihres Alters oder gesundheitlicher Probleme dienstuntauglich, benötigen sie ein neues Zuhause. Gut Aiderbichl nimmt seit vielen Jahren ehemalige Polizeipferde auf, damit sie ihren wohlverdienten Ruhestand in Ruhe und mit liebevoller Betreuung verbringen können. So fanden beispielsweise die Polizeipferde Pegasus und Platon nach ihrem Dienst in München ein neues Zuhause in Deggendorf. Auch andere ehemalige Polizeipferde wie Attila, Freddy oder Kavalier durften auf einem Gut Aiderbichl-Hof ihren Lebensabend genießen. Immer wieder nimmt Gut Aiderbichl Pferde auf, die vernachlässigt oder beinahe verhungert waren. Ein besonders erschütternder Fall betraf 19 verwahrloste Pferde, die durch das Veterinäramt gerettet wurden. Die Tiere konnten auf verschiedenen Höfen von Gut Aiderbichl ein neues Leben beginnen. Während des Rundgangs erzählte Paul Kaiser den Kindern noch viele weitere bewegende Geschichten. Besonders berührend war das Schicksal mehrerer Zirkusponys. Viele Jahre lang mussten sie in der Manege auftreten und wurden von Ort zu Ort transportiert. Als sie für den Zirkusbetrieb nicht mehr gebraucht wurden, fanden sie auf Gut Aiderbichl ein neues Zuhause. Dort dürfen sie nun ohne Leistungsdruck auf großen Weiden leben und ihren Lebensabend in Ruhe genießen. Die Kinder staunten, wie glücklich und entspannt die Ponys heute wirken. Auch die Geschichten der geretteten Esel aus Rumänien bewegten die Schülerinnen und Schüler sehr. Paul Kaiser berichtete von Eseln, die jahrzehntelang in Mühlen arbeiten mussten und dort im Kreis liefen, um das Mühlenrad zu ziehen. Sie wurden aus schwerer Vernachlässigung gerettet. Einige Tiere waren stark abgemagert, hatten kaum Fell und litten unter schmerzhaft verwachsenen Hufen. Gut Aiderbichl setzt sich nicht nur für einzelne Tiere ein, sondern hilft auch Streunerkatzen. Sie werden eingefangen, tierärztlich versorgt, kastriert und anschließend wieder freigelassen. Dadurch soll verhindert werden, dass immer mehr herrenlose Katzen geboren werden und leiden müssen. Der Ausflug bildete den Höhepunkt eines Unterrichtsprojekts rund um den Tierschutz. In den vergangenen Schulwochen durfte jedes Kind sein eigenes Haustier oder sein Lieblingshaustier vorstellen und von dessen Besonderheiten berichten. Dabei wurde schnell deutlich, wie vielfältig die Tierwelt ist und wie viel Verantwortung jeder Tierhalter trägt. Zum Abschluss des Projekts wartet noch ein weiterer spannender Termin auf die beiden Klassen: Sie besuchen die Familie Leutner in Moos. Dort lernen die Kinder eine besondere Rasse von Kühen kennen und erfahren Wissenswertes über deren Haltung.




